Natürlicher Dünger und Mulch aus Rasenschnitt
Natürlicher Dünger und Mulch können im Garten sehr vielseitig eingesetzt werden. Besonders Rasenschnitt lässt sich sinnvoll weiterverwenden und muss nicht einfach entsorgt werden.
Aus frisch gemähtem Gras kann sowohl ein einfacher Düngertee als auch eine natürliche Mulchschicht hergestellt werden.
Dadurch werden vorhandene Gartenmaterialien sinnvoll genutzt und der Boden kann langfristig verbessert werden.
Rasenschnitt ist kein Abfall. Richtig eingesetzt kann er Dünger, Mulch und Bodenverbesserer zugleich sein.
Düngertee aus Rasenschnitt herstellen
Rasenschnitt sammeln
Verwende möglichst frischen Rasenschnitt.
Achte darauf, dass sich möglichst keine reifen Samen, stark samenbildende Unkräuter oder erkrankte Pflanzenteile darunter befinden.
Geeignet ist vor allem:
Frisch gemähter Rasenschnitt Möglichst unbehandeltes Gras Rasenschnitt ohne sichtbare Pflanzenkrankheiten Rasenschnitt ohne größere Mengen blühender oder samenbildender Unkräuter
Rasenschnitt vorbereiten
Gib den Rasenschnitt in einen geeigneten Behälter.
Drücke ihn leicht zusammen, aber nicht so stark, dass daraus eine komplett feste Masse entsteht.
Für eine kurze Fermentation kann der Behälter abgedeckt werden.
Der Rasenschnitt sollte anschließend ungefähr zwei bis drei Tage stehen.
Während dieser Zeit beginnt das Pflanzenmaterial sich zu verändern und erste Zersetzungsprozesse setzen ein.
Düngertee ansetzen
Nach der kurzen Fermentation wird der Rasenschnitt mit Wasser übergossen.
Lasse die Mischung anschließend ungefähr ein bis zwei Stunden ziehen.
Während dieser Zeit lösen sich Bestandteile aus dem Rasenschnitt und gehen in das Wasser über.
Anschließend kann die Flüssigkeit als einfacher Düngertee verwendet werden.
Düngertee anwenden
Der fertige Düngertee wird direkt auf den Boden rund um die Pflanzen gegossen.
Je nach Größe und Nährstoffbedarf der Pflanzen kann ungefähr ein Liter pro größerer Pflanze verwendet werden.
Besonders geeignet ist der Düngertee beispielsweise für:
Tomaten Gurken Paprika Auberginen Kürbis Zucchini
Der Düngertee sollte möglichst direkt auf den Boden und nicht über Blätter oder Früchte gegossen werden.
Anwendung wiederholen
Eine Anwendung ungefähr alle zwei bis drei Wochen kann während der Wachstumsphase ausreichend sein.
Die genaue Häufigkeit hängt jedoch immer von den Pflanzen, dem Boden und der bisherigen Düngung ab.
Auch bei natürlichem Dünger gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.
Rasenschnitt als Mulch verwenden
Nach der Herstellung des Düngerwassers muss der übrig gebliebene Rasenschnitt nicht entsorgt werden.
Er kann weiterhin als Mulch verwendet werden.
Verteile das Pflanzenmaterial in einer lockeren Schicht rund um die Pflanzen.
Nicht zu dick auftragen
Frischer Rasenschnitt sollte nicht in einer dicken, geschlossenen Schicht aufgebracht werden.
Eine zu dicke Schicht kann:
Verkleben Faulen Sauerstoff vom Boden fernhalten Unangenehme Gerüche entwickeln
Besser ist eine dünne und lockere Mulchschicht.
Bei größeren Mengen kann der Rasenschnitt vorher etwas antrocknen.
Vorteile von natürlichem Dünger
Nährstoffversorgung
Natürliche Dünger wie Kompost, Rasenschnitt oder Mist können verschiedene wichtige Nährstoffe enthalten.
Dazu gehören unter anderem:
Stickstoff Phosphor Kalium Mineralstoffe * Spurenelemente
Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach verwendetem Material.
Bodenverbesserung
Organisches Material kann langfristig zur Bildung von Humus beitragen.
Dadurch kann sich die Bodenstruktur verbessern.
Ein humusreicher Boden kann:
Wasser besser speichern Nährstoffe besser halten Bodenlebewesen unterstützen Die Bodenstruktur verbessern
Bodenleben unterstützen
Organisches Material dient vielen Bodenorganismen als Nahrungsgrundlage.
Dazu gehören beispielsweise:
Regenwürmer Pilze Bakterien Andere Mikroorganismen
Diese Organismen sind an der Zersetzung organischer Materialien beteiligt und spielen eine wichtige Rolle für einen gesunden Boden.
Langfristige Wirkung
Viele organische Dünger geben ihre Nährstoffe nach und nach frei.
Dadurch entsteht häufig eine langsamere und länger anhaltende Nährstoffversorgung.
Vorteile von natürlichem Mulch
Feuchtigkeit im Boden halten
Eine Mulchschicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung.
Dadurch kann weniger Wasser verdunsten.
Besonders während heißer Sommerperioden kann dies helfen, die Bodenfeuchtigkeit länger zu erhalten.
Unkraut unterdrücken
Mulch reduziert den Lichteinfall auf den Boden.
Dadurch können viele Unkräuter schlechter keimen oder wachsen.
Das bedeutet:
Weniger Unkraut Weniger Konkurrenz um Wasser Weniger Konkurrenz um Nährstoffe Weniger Pflegeaufwand
Bodentemperatur ausgleichen
Mulch wirkt wie eine Schutzschicht auf dem Boden.
Im Sommer schützt er vor starker Erwärmung und im kühleren Wetter vor schnellen Temperaturschwankungen.
Dadurch bleibt das Mikroklima rund um die Pflanzenwurzeln ausgeglichener.
Boden schützen
Eine Mulchschicht schützt die Bodenoberfläche vor direktem Regen und starker Bewässerung.
Dadurch kann sie helfen:
Verschlämmung zu reduzieren Bodenerosion zu verhindern Die Bodenoberfläche locker zu halten Austrocknung zu reduzieren
Geeignete natürliche Materialien
Nicht nur Rasenschnitt kann im Garten wiederverwendet werden.
Kompost
Kompost gehört zu den bekanntesten natürlichen Bodenverbesserern.
Er liefert organisches Material und kann gleichzeitig verschiedene Nährstoffe in den Boden einbringen.
Rasenschnitt
Rasenschnitt kann verwendet werden als:
Dünne Mulchschicht Bestandteil des Komposts Ausgangsmaterial für Düngerwasser Organisches Material zur Bodenpflege
Laub
Herbstlaub kann zerkleinert und als Mulch verwendet oder kompostiert werden.
Besonders unter Sträuchern und Bäumen kann Laub eine natürliche Schutzschicht bilden.
Stroh
Stroh eignet sich besonders gut für Gemüsebeete.
Es kann beispielsweise rund um folgende Pflanzen verteilt werden:
Erdbeeren Tomaten Gurken Kürbis * Zucchini
Es schützt den Boden und hält gleichzeitig Früchte teilweise vom direkten Bodenkontakt fern.
Zusätzliche Tipps
Geeigneten Behälter verwenden
Für Düngeransätze sollte ein stabiler und gut zu reinigender Behälter verwendet werden.
Der Behälter sollte an einem möglichst schattigen oder geschützten Platz stehen.
Handschuhe verwenden
Bei der Verarbeitung von fermentiertem oder bereits teilweise zersetztem Pflanzenmaterial können Handschuhe sinnvoll sein.
Besonders empfindliche Haut sollte nicht unnötig lange mit dem Material in Kontakt kommen.
Mit Kompost kombinieren
Rasenschnitt lässt sich sehr gut mit anderen natürlichen Methoden kombinieren.
Dazu gehören:
Kompost Wurmkompost Laubmulch Pflanzenjauchen * Andere organische Bodenverbesserer
Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Versorgung des Bodens mit organischem Material.
Natürliche Ressourcen sinnvoll nutzen
Viele Materialien, die im Garten regelmäßig anfallen, können direkt wiederverwendet werden.
Rasenschnitt, Laub oder andere Pflanzenreste müssen nicht automatisch entsorgt werden.
Sie können dazu beitragen:
Den Boden zu schützen Feuchtigkeit zu speichern Bodenorganismen zu fördern Nährstoffe zurückzuführen * Unkraut zu reduzieren
Mit einfachen Mitteln lässt sich so ein natürlicher Kreislauf im eigenen Garten unterstützen.
Was im Garten wächst, kann häufig auch wieder dem Garten zugutekommen.

